Aller Anfang ist schwer...

11Sept2016

Nachdem ich nun bereits zwei Wochen in Brighton bin möchte ich euch etwas über meinen Alltag und mein letztes Wochenende erzählen. Das ganze ist jetzt doch etwas länger und ausführlicher geworden, aber wenns euch interessiert lest es gerne durch :)

An normalen Tagen stehe ich um 7.15 Uhr auf, richte das Frühstück für Angus und mich her, wecke ihn, mache ihm ein Lunchpaket und räume die Spülmaschine aus. Das ältere Mädchen, Beatrice, besucht bereits eine weiterführende Schule und muss daher schon deutlich früher das Haus verlassen. Zu meinem Glück haben die Eltern mir angeboten, dass sie das Wecken, Vespermachen etc. übernehmen können, weil sie eh immer schon so früh wach sind und ich kann somit eine Stunde länger schlafen.

Um 8.30 Uhr laufe ich dann zusammen mit Angus zur Schule. Da er aber bereits 9 Jahre alt ist findet er es ziemlich uncool zur Schule gebracht zu werden und rennt die letzten Meter am liebsten allein. Anschließend habe ich dann immernoch kleine Hausarbeiten zu erledigen wie zum Beispiel die Kinderzimmer aufräumen, Wäsche waschen und Bügeln. Von 9.30-3.30 Uhr habe ich dann frei und kann machen was ich will. Montags und Freitags habe ich sogar ab da den ganzen Tag frei, da die Eltern an diesen Tagen von daheim aus arbeiten und sich dann gern um die Kinder selbst kümmern. Am Anfang wusste ich dann manchmal gar nicht, was ich mit meiner freien Zeit anfangen sollte, aber ich habe ja bereits mit dem Sprachkurs angefangen, der zweimal die Woche ist und auch super Spaß macht und wir wollen uns auch noch irgendwie sportlich betätigen.

An den restlichen Tagen hole ich Angus um 3.30 Uhr wieder von der Schule ab. Meistens hat er dann noch Aktivitäten wie Fußballtraining oder Gitarrenunterricht und möchte dann, wenn er schließlich daheim ist, vor dem Fernseher entspannen. Beatrice kommt gegen 5 Uhr nach Hause, sollte dann eigentlich Hausaufgaben machen, ist aber deutlich lieber vor ihrem Handy, was oft zu Streiterein führt. Ich finde es etwas schade, dass die Kinder doch schon so "alt" sind und nicht mehr viel von einem wissen möchten, da ist es immer echt schwierig sie für etwas zu motivieren, wo ja auch die Eltern von mir erwarten, dass ich und die Kinder was zusammen machen außer Fernsehen...

Gegen 6 Uhr koche ich dann das Abendessen für die Kinder und mich und wir essen gemeinsam. Ihr Lieblingsessen ist eindeutig "Pesto Pasta", das würden sie am Liebsten jeden Tag essen. Für die nächste Zeit nehme ich mir aber vor ein paar von meinen Gerichten zuzubereiten.

Anschließend zieht es die Kinder wieder vor den Fernseher oder auf das Trampolin und ich mache die Küche fertig. Gegen 7.45 Uhr kommt die Mutter aus London wieder nach Hause und übernimmt und ich gehe dann meist in mein Zimmer. Mir wird zwar angeboten gern noch im Wohnzimmer zu bleiben, aber ich freue mich immer sehr auf die Skype-Gespräche am Abend und zieh mich zurück.

Im Moment komme ich mir oft noch etwas überflüssig vor, zum Einen weil die Kinder schon so alt sind und das eigentlich alles selber machen könnten und und zum Anderen ist der Vater bisher die ganze Zeit im Haus, er arbeitet zwar im Büro, aber die Kinder laufen dann doch lieber zu ihm als zu mir wenn etwas ist. Aber vielleicht ändert sich das ja noch...

Aber jetzt genug über den noch so tristen Alltag! Am Montag war ich mit Angus im Zirkus. Nach anfänglicher Skepsis war er dann doch total begeistert und es war ein sehr schöner Nachmittag. An seinem letzten Ferientag, dem Dienstag, besuchten wir noch das Brighton-Pier und fuhren ein paar Achterbahnen, die eigentlich zunächst echt harmlos aussahen, es aber in sich hatten. Im Gegensatz zu meinem Bruder, freute sich Angus dann wieder richtig darauf nach sieben Wochen in die Schule gehen zu können und war am Mittwochmorgen schon bald bereit und stand in seiner Schuluniform vor der Tür (ich finde die Uniformen sehen echt super aus).

Ich ging an dem Tag noch zu einem Welcome Event der Sprachschule und lernte viele neue Leute kennen, mit denen ich mich auch am Wochenende traf. Wir haben sehr viel erlebt. Ich hab zum Beispiel mein erstes Fish and Chips in England gegessen, außerdem waren wir im Kino, haben zweimal ein All you can eat Restaurant besucht, nachdem ich fast geplatzt wäre, und wir aßen die weltbesten Cupcakes. Außerdem sind wir sehr viel durch die veschiedenen Läden gebummelt und abends jeweils in nen Pub gegangen. Davon gibt es hier total viele und die Stimmung da war echt super. Am Samstag übernachtete außerdem Charo bei mir, weil ich eigentlich babysitten hätte sollen, das dann aber spontan nicht stattfand. Nach dem Pubbesuch kuckten wir zur Abwechskung von dem ganzen Englisch "Shopping Queen" und tauschten uns aus. Es tut echt super gut hier jemanden zu haben mit dem man über alles reden kann und dem es ähnlich ergeht.

Am nächsten Morgen machten wir uns ein typisch deutsches Frühstück mit Rührei etc. da es hier irgendwie gar nicht üblich ist üppig zu frühstücken und wir das Wochenendfrühstück mit Brot und Gebäck schon ziemlich vermissen.

Heute war das Wetter dann auch noch echt schön im Gegensatz zu den anderen Tagen, wo man immer für alles bereit sein musste, und ich verbrachte den Nachmittag mit einem Buch am Strand.

Für das nächste Wochenende haben wir geplant nach London zu fahren, darauf freu ich mich schon total! Ich hoffe, dass der Alltag nun auch noch etwas spannender wird und ich mehr zu tun habe...

Hier noch ein paar Bilder! Das zweitletzte Bild zeigt eine kleine Schneebahn die auf einer Sport-Messe vor dem Strand heute aufgebaut war und die ich zufällig entdeckt habe. Die hat mich total begeistert und ich beobachtete die Kinder beim Snowboarden bei 25 Grad :D