Mein Au-Pair Jahr in Brighton...

18März2018

... jetzt ist es wirklich vorbei

 

Aus meinem Versprechen im vergangenem August, mich von zu Hause aus" bald" noch ein letztes Mal zu melden, war ja lange erstmal nichts geworden.

Am Anfang waren die Erinnerungen noch so frisch, dass ich gar nicht wusste, wie ich alles zusammenfassen sollte, und außerdem wollte ich auch noch keinen endgültigen Schlussstrich unter das Ganze ziehen. Dann kam das Studium und ich kam auch nicht wirklich dazu.

Aber jetzt, nachdem ich wieder die ersten Semesterferien habe und auch schon wieder von einem dreiwöchigen Trip nach Mexiko zurück bin, habe ich mir Zeit genommen, meinem Blog einen ehrenwerten Schluss zu geben 😊

Ich bin nun bereits seit acht Monaten wieder zu Hause, kann mich aber noch sehr gut an meine letzten Tage, den Abschied und die erste Zeit wieder zurück in Deutschland erinnern.

Ich hätte am Anfang meines Aupair Jahres nicht gedacht, dass mir der Abschied so schwer fallen würde, da es ja seine Zeit gedauert hat, bis ich mich wohl gefühlt hatte und vor allem mit Angus ausgekommen bin. Aber es war dann doch alles recht emotional. Auch in den Tagen davor war die Atmosphäre schon voller Anspannung, Abschiedsschmerz und gleichzeitig auch Vorfreude.

Zwei Tage vor meiner Abreise sind wir zum letzten Mal gemeinsam Essen gegangen und ich habe meiner Gastfamilie meine Abschiedsgeschenke übergeben. Sie hatten sich total darüber gefreut, denn ich hatte nämlich für die Kids jeweils eine Collage mit Bildern vom letzten Jahr gemacht. Ich selbst bekam auch noch einen sehr rührenden Brief, den ich mir jetzt noch manchmal durchlese, sowie verschiedene Andenken. 

Am letzten Tag bin ich mit den Zweien ins Schwimmbad gegangen und wir hatten nochmal richtig Spaß, bevor ich mich auch schon von Bea verabschieden musste, das sie auf eine Geburtstagsparty gegangen ist. Das ging (zum Glück) ziemlich schnell von statten, da wir sie direkt bei Freunden abgeliefert haben und dann eh alles gut war. 

Aber das Tschüss sagen am Morgen meines Fluges ist mir echt ans Herz gegangen. Angus, der am Abend davor noch groß angekündigt hatte, mich zum Bahnhof zu begleiten, ist an dem Tag gleich gar nicht mehr aufgestanden und hat sich komplett in seinem Bett verkrochen. Ich konnte ihn nur noch ein letztes Mal drücken und versprechen, dass ich bald wiederkomme. Es war dann sehr komisch, das Haus zu verlassen und zu wissen, dass man dorthin nie wieder als Aupair zurückkommen wird. Am Bahnhof musste dann auch meine Gastmutter mit den Tränen kämpfen, was mich zum einen überraschte, mir aber auch nochmal bestätigte, ihr und der gesamten Familie in dem Jahr wirklich etwas bedeutet zu haben 💕

Als ich dann aber im Flugzeug saß, freute ich mich sehr auf zu Hause, aß das letzte "ungetoastetes Toastbrot mit Thunfisch und Gurke" meines Lebens, hörte Musik und genoß die Aussicht.

 

Mein Papa holte mich dann vom Flughafen ab und das Wiedersehen nach vier Monaten war wieder sehr schön genauso wie das Ankommen zu Hause. Wir grillten endlich wieder zu viert zusammen im Garten und ließen den Abend ausklingen 🌜

In den nächsten Tagen traf ich von Zeit zu Zeit wieder all meine Freunde und genoss es wieder sehr, mich endlich mal wieder um nichts kümmern zu müssen. 

Aber das Zurückkommen ist auch nicht nur schön, es kam auch eine Zeit so nach zwei drei Wochen, wo ich mich wieder ganz eingelebt hatte und erst richtig realisierte, dass es nicht mehr zurück geht. Dann bemerkt man, dass daheim irgendwie alles beim Alten geblieben ist und nur man selbst hat sich ein Stück weit verändert. Das wird jetzt aber so bleiben und man versucht sich irgendwie wieder richtig einzufinden. Ich wünsche mich manchmal schon noch einige Male zurück nach Brighton, auch wenn nicht immer alles rosig gewesen war. Im Endefekt hat es mir schon super gefallen und ich wünschte mir, ich hätte die Zeit an manchen Tagen mehr genossen. Aber ich glaube, das ist im Nachinein eh' immer so.

Eine große Aufmunterung war dann das Treffen mit Charo und Sandra bereits Ende August. Wir hatten es uns fest vorgenommen und es war richtig schön, dass es dann geklappt hat. Charo besuchte erst mich und zusammen fuhren wir dann weiter zu Sandra. Es war echt interessant zu sehen, wie man in Deutschland wohnt und die Familie kennenzulernen. Außerdem war es super schön, sich nach vergleichsweise so langer Zeit wiederzusehen. Wir machten einen Ausflug an den Bodensee, selbstgeführte Stadtbesichtigungen und natürlich regionale Verkostungen 😊

Außerdem sind wir bereits am Planen von unserem Besuch in Brighton im Sommer diesen Jahres. Ich kann es kaum erwarten!

Alles in allem war mein Aupair Jahr eine super Erfahrung und ich würde das sofort wieder machen. Ich hätte nie gedacht, dass ich so tolle Freunde finden würde, so viel von England sehen würde und solch ein Vertrauen zu meiner Gastfamilie entwickeln würde.

Es hat mich auch menschlich und persönlich weitergebracht und ich fühle mich selbständiger, was mir jetzt auch vor allem im Studium weiterhilft. Ich finde schon, dass man sehr wohl merkt, wer ein Jahr im Ausland verbracht hat und wer direkt nach dem Abi angefangen hat zu studieren.

Ich glaube, nun ist aber auch alles gesagt worden und ich beende somit meinen Blog.

Ich möchte mich aber noch bei all denen bedanken, die meinen Blog im letzten Jahr verfolgt haben und ich bin auch mega überrascht über die vielen Besucher, die eindeutig nicht nur aus meinen Freunden und Verwandten bestehen können. Eine noch größere Überraschung waren dann auch noch verschiedene Nominierungen für den authentischsten Aupair Blog. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und es war auch nie mein Ziel, aber es freut mich sehr, dass ich doch so vielen Leute und angehenden Aupairs einen Einblick in das Aupair Leben geben konnte.

Ich wünsche Euch alles Gute!

Eure Julia 😊